„In der Geschichtswissenschaft reden wir nicht wirklich über Totes und Vergangenes. Vielmehr führen wir auf dem Schauplatz der Historie einen Kampf mit den Fragen der heutigen Zeit auf der Suche nach uns selbst.“ Andreas Bechstein (*1984)
Alles hat Geschichte und jeder hat seine eigene Vorstellung von ihr, die er nutzt, um seine Gegenwart und Zukunft zu erklären. Die Frage, woher wir kommen, was unsere Vorfahren gedacht, getan und erlitten haben, bildet nicht nur einen Schwerpunkt unseres Faches, sie wird vor allem gestellt, um uns und unsere Zeit besser zu verstehen. Damit leistet die Beschäftigung mit Geschichte einen wichtigen Beitrag zur Ausbildung der eigenen Identität.
Im Geschichtsunterricht begeben wir uns auf Spurensuche getrieben vom Wunsch, die Vergangenheit zu begreifen und unseren eigenen Platz in der Geschichte zu bestimmen. Als Ordnungsprinzipien gelten hierbei Zeit und Raum. So beginnen wir im Jahrgang 5 mit einer Reise zu den Anfängen der Menschheit, den Jägern und Sammlern der Steinzeit, und den Wurzeln unserer europäischen Kultur im antiken Griechenland und Rom. Davon ausgehend durchlaufen wir (ab Jahrgang 8 im Bili-Schwerpunkt auch in englischer Sprache) chronologisch die Geschichte, bis wir schließlich im Jahrgang 10 unsere unmittelbare Vergangenheit, den Mauerfall 1989 und Deutschlands Position in einer globalisierten Welt, untersuchen. Dieser chronologische Durchlauf bildet die Grundlage für den Geschichtsunterricht in der gymnasialen Oberstufe, in dem anhand einzelner Themen aus der Geschichte (wie z.B. der Reformation) vertiefte historische Erkenntnisse gewonnen werden.
Auf dieser Reise gibt es viel zu entdecken, vor allem, dass Geschichtsunterricht niemals historische Wirklichkeit abbilden kann, sondern lediglich auf Deutungen der Vergangenheit angewiesen ist, die bestimmten Interessen dienen und die es deshalb kritisch zu prüfen gilt. Dabei ist Geschichte zweierlei: ein Denkfach, das nach Erklärungen und Deutungen sucht, aber auch ein Erlebnisfach, das Geschichte für unsere Schüler*innen erfahrbar machen will; im Rahmen von Geschichtsprojekten, im Gespräch mit Zeitzeugen, auf einem Spaziergang durch das mittelalterliche Braunschweig oder durch den Besuch von außerschulischen Lernorten wie Museen oder Gedenkstätten. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die Untersuchung von Geschichtsdarstellungen in den Neuen Medien (z.B. Geschichtsportale im Internet).
Neuigkeiten aus der Fachgruppe
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Dank und Anerkennung für 54 NO-Schüler*innen
Alle NO-Schüler*innen, die 2025 an der Haus- und Straßensammlung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge teilgenommen haben, erhielten nicht nur eine Urkunde als Dank für ihr außerordentliches Engagement, sondern wurden zudem zur Braunschweiger Ehrungsveranstaltung am 17.03.2026 in das Altstadtrathaus eingeladen. Die Bezirksvorsitzende des Volksbundes, Prof. Dr. Anja Hesse, betonte in ihrer Rede die Bedeutung des Beitrages der
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Besondere Ehrung für acht NO-Schüler*innen
Seit vielen Jahren beteiligen sich NO-Schüler*innen freiwillig in ihrer Freizeit an der Haus- und Straßensammlung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge – 2025 waren dies 54 Schüler*innen aus der 9EX, 10EX, 10ME und 11.1. Das Sammelergebnis 2025 übertrifft mit fast 5.000 € alle Erwartungen! Es ist das beste Sammelergebnis im Bezirksverband Braunschweig und das zweitbeste aller niedersächsischen
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Zum Schuljahresabschluss in den „Knast“
Am 17. Juni 2024 besuchte die Klasse 10EX2 die Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel. In dem Strafgefängnis befand sich seit 1937 mit seiner Hinrichtungsstätte ein wichtiger Ort des nationalsozialistischen Terror- und Vernichtungssystems. In einem abwechslungsreichen Workshop lernte die Klasse auf der Basis biographischer Arbeit Täter und Opfer der Hinrichtungsstätte kennen. Es wurde allen Beteiligten klar,


