Berlins Judo-Matten fest in Braunschweiger Hand: Die NO erneut beim Bundesfinale!

Zum zweiten Mal in Folge schafften unsere Judoka das Kunststück: Wie schon 2025 vertraten sowohl das Jungen- als auch das Mädchenteam der U16 die Farben Niedersachsens beim prestigeträchtigen Herbstfinale von Jugend trainiert für Olympia in Berlin.

Ging es im letzten Jahr vor allem noch darum, die Teilnahme zu genießen, wertvolle Erfahrungen zu sammeln und die Eindrücke des Bundesfinales aufzusaugen (Platz 11 für die Jungs, Platz 12 für die Mädchen, Platz 9 im Mixed), reiste die Delegation dieses Jahr mit völlig neuen Ambitionen an die Spree. Das Ziel: der Kampf um die Medaillen!

Am Ende stand ein starker 6. Platz für die Jungs, ein hervorragender 5. Platz im Mixed und die Mädchen bestätigten ihren 12. Platz im bundesweiten Vergleich. Auch wenn nach den hohen Erwartungen die Enttäuschung über das knapp verpasste Edelmetall im ersten Moment groß war, bleibt es eine großartige Teamleistung, die zeigt, dass unser Gymnasium ganz oben mitmischen kann.

Klar ist aber auch: Der Erfolg ist kein Selbstläufer. Im nächsten Jahr wird nach dem altersbedingten ausscheiden der Leistungsträger Jette, Jonathan und Hendrik die Qualifikation auf Landesebene eine extrem schwere Aufgabe – unmöglich ist sie auch 2027 aber keineswegs.

Wie intensiv, emotional und kameradschaftlich die Tage in Berlin waren, haben die Athletinnen und Athleten selbst festgehalten. Jedes Zimmer hat für euch einen Einsatztag protokolliert – viel Spaß beim Lesen der Berichte:

Dienstag, 15.09.26 – Anreise

Am Morgen startete für unsere Judo-Mannschaft das große Abenteuer: die Reise nach Berlin zu „Jugend trainiert für Olympia“. Um 9:30 Uhr trafen wir uns am Braunschweiger Hauptbahnhof. Voller Vorfreude und Spannung stiegen wir gemeinsam in den Zug und machten uns auf den Weg in die Hauptstadt.

Am Berliner Hauptbahnhof angekommen, erwartete uns ein großer Empfang für alle teilnehmenden Teams aus den verschiedenen Bundesländern. An zahlreichen Ständen gab es spannende Aktionen und tolle Preise zu gewinnen. Besonders der Puzzle-Stand war bei allen sehr beliebt und wurde mit großer Begeisterung ausprobiert. Viele von uns konnten sich über Gewinne freuen, und es wurde viel gelacht.

Auch für unsere Mannschaft gab es einiges zu erleben. Wir nahmen an einem Team-Interview teil und durften unsere Sportart Judo noch einmal vorstellen. Außerdem fand bereits die Waage für die bevorstehenden Wettkämpfe statt.

Anschließend ging es weiter zum A&O Hotel. Dort stellten wir unsere Koffer und Taschen ab, bezogen unsere Zimmer und gönnten uns eine kurze Pause. Danach machten wir uns auf den Weg zum Brandenburger Tor. Unterwegs und vor Ort entstanden viele schöne Fotos. Die beeindruckende Atmosphäre Berlins sorgte für zahlreiche spannende Eindrücke.

Am Abend stand noch ein besonderer Programmpunkt auf dem Plan: der Empfang in der Landesvertretung von Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Dort wurden alle teilnehmenden Teams von „Jugend trainiert für Olympia“ noch einmal herzlich begrüßt. Neben einer kleinen Show wurden die Mannschaften einzeln aufgerufen. Als Erinnerung erhielten wir einen Teddybären – eine schöne Überraschung für alle.

Für das leibliche Wohl war ebenfalls gesorgt. Bei Nudeln mit Tomaten- und Bolognesesoße konnten wir gemeinsam zu Abend essen und den ereignisreichen Tag gemütlich ausklingen lassen. Danach ging es zurück ins A&O Hotel. Ein aufregender und erlebnisreicher erster Tag lag hinter uns. Besonders für diejenigen, die zum ersten Mal bei „Jugend trainiert für Olympia“ dabei sind, war die Anreise nach Berlin etwas ganz Besonderes. Mit vielen neuen Eindrücken, schönen Erinnerungen und großer Vorfreude auf die kommenden Wettkämpfe ging es schließlich ins Hotel.

Mittwoch, 16.09.26 – Erster Wettkampftag

Am 2. Tag standen wir um 7:00 auf und haben uns fertig gemacht. Dann sind wir runter zum Frühstück gegangen. Das Frühstück war für ein Hostel top. Nach dem Frühstücken machten wir uns alle mit der Bahn auf Richtung Judo-Halle. Auf dem Weg machten wir noch Witze über ein dort stehendes verlassenes Haus, doch sobald die ersten Schritte in die Halle gesetzt wurden, wurde die Stimmung ernster und wir wärmten uns auf. Nachdem alle sich ausgiebig aufgewärmt hatten, ging es auf Matte 1 los. Die Jungs mussten als Erstes gegen Bayern kämpfen. Wir wussten, dass es sehr viele starke Teams gab, und man durfte niemanden unterschätzen! Der Kampf verlief sehr erfolgreich und wir haben ihn vier zu eins gewonnen.

Was für ein Auftakt!!

Der nächste Kampf sollte dann gegen Baden-Württemberg sein. Auch dieses Mal konnten wir zeigen, was in uns steckt. Wir haben gewonnen!! 4:1 – Wahnsinn!

In der Zwischenzeit kämpften auch unsere Mädchen. Auch sie hatten unheimlich starke Gegner. Den ersten Kampf haben sie gegen das Schul- und Leistungssportzentrum Berlin mit 2:3 verloren! Leider ging auch die nächste Begegnung für die Mädchen gegen das Düsseldorfer Team verloren (1:4).

Nach diesem aufregenden Tag machten wir uns auf Richtung Hostel! Wir ließen den Abend ruhig ausklingen, bei Gesellschaftsspielen und gemeinsamer Freizeit!

Denn der nächste Tag stand schon in den Startlöchern.

Donnerstag, 17.09.26 – Zweiter Wettkampftag

Der Wecker klingelte, und der dritte und wohl entscheidendste Tag von Jugend trainiert für Olympia begann. Denn heute stand für die Jungs die Hauptrunde an, die wir gestern erreicht hatten. Nur die besten acht Mannschaften des Turniers waren hier noch vertreten. Nach ihren zwei Niederlagen in der Gruppenphase war für die Mädchen nur noch die Trostrunde offen.

Nach dem Frühstück und einer kurzen Straßenbahnfahrt waren wir bereits in der Halle und begannen mit der Erwärmung. Eine halbe Stunde später starteten dann die Kämpfe auf den vier Matten. In ihrem ersten Trostrundenkampf kämpften die Mädchen gegen Baden-Württemberg, die ein durchaus schlagbares Team waren und nur vier Gewichtsklassen besetzt hatten. Es wurde richtig knapp, doch am Ende stand es 3:2 für uns. Weiter ging es dann gegen Hamburg, deren Mädchenmannschaft in der Gruppenphase nur knapp gegen Bayern und Thüringen verloren hatte, obwohl sie nur drei Gewichtsklassen besetzt hatten. Leider wurden die ersten drei Kämpfe sehr schnell verloren, wodurch die Entscheidung bereits schnell gefallen war. Nach dieser Niederlage blieb für unsere Mädchenmannschaft nur noch die Chance auf den elften Platz. Als Nächstes stand Schleswig-Holstein an, deren Team bisher noch keinen einzigen Sieg einfahren konnte. Auch hier gab es einige knappe und spannende Kämpfe, aber am Ende gewannen wir mit 3:2 und zogen in den Kampf um den elften Platz ein. Dort wartete das Team aus Sachsen-Anhalt, das sich ebenso wie wir bis hierhin durch die Trostrunde gekämpft hatte. Nur liefen die Kämpfe nicht sehr erfolgreich und außer einem Punkt aufgrund einer unvollständigen Besetzung wurden alle Kämpfe innerhalb kurzer Zeit verloren. Also wurde es für die Mädchen am Ende der 12. Platz, genau wie letztes Jahr.

Bei den Jungs hingegen lief es insgesamt deutlich erfolgreicher. Da wir am Mittwoch bereits beide unserer Gruppenkämpfe gewonnen hatten, standen wir nun im Viertelfinale gegen die Mannschaft aus Berlin. Diese war zwar ziemlich stark, doch wir wussten, dass wir eine gute Chance auf den Sieg hatten. Doch nachdem der erste Punkt an uns gegangen war, lief es nicht mehr so gut; viele der anderen Kämpfe gingen schlechter aus, als sie hätten sein können. So verloren wir letztendlich mit 1:4 und landeten in der Trostrunde im Rennen um den dritten Platz. Obwohl die Enttäuschung und der Ärger bei einigen groß waren, gingen wir entschlossen in den nächsten Kampf gegen Rheinland-Pfalz. Deren Team hatte in der Gruppenphase deutlich gegen Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt gewonnen und nur knapp gegen Thüringen verloren, war also nicht zu unterschätzen. Nach einigen guten und spannenden Kämpfen gewannen wir jedoch knapp mit 3:2. Also behielten wir die Chance auf den dritten Platz. Unser nächster Gegner war das Team aus Thüringen, das über eine extrem starke Aufstellung verfügte und damit die meisten der vorherigen Begegnungen dominierte. Doch auch hier sahen wir gute Chancen für uns. Und diese hatten wir auch; einige unserer verlorenen Kämpfe hätten auch anders ausgehen können, doch am Ende verloren wir knapp mit 2:3. Somit kamen wir in den Kampf um Platz 5 und unser Gegner war ausgerechnet Berlin. Viele fanden dies schade, da es schöner gewesen wäre, gegen mehr verschiedene Teams zu kämpfen, aber auf der anderen Seite wurde uns so auch die Möglichkeit gegeben, unsere Kämpfe besser zu machen als beim ersten Mal. Außerdem hatten wir eine neue, risikoreiche Aufstellung besprochen, um ein paar unserer Kämpfer gegen schwerere, aber hoffentlich schwächere Gegner kämpfen zu lassen. Voller Hoffnung und Entschlossenheit gingen wir also in unseren letzten Kampf des Hauptwettbewerbs. Und zuerst sah es perfekt aus; die ersten zwei Kämpfe wurden gewonnen, wie es vorher nicht der Fall war, also brauchten wir nur noch einen Sieg in den nächsten drei Begegnungen, um uns den fünften Platz zu sichern und Berlin im Rematch zu schlagen. Doch die zwei Kämpfe, in die wir Hoffnung gesteckt hatten, liefen nicht wie geplant und auch wenn es in beiden Fällen knapp war, verloren wir jene und mussten uns mit dem 6. Platz zufriedengeben.

Am Ende des Kampftages herrschte gemischte Stimmung: Viele waren glücklich mit den Ergebnissen, während einige eher enttäuscht wegen der knappen Niederlage und des gescheiterten Plans waren. In jedem Fall waren alle nach so einem langen und aufregenden Wettkampftag ziemlich ausgepowert, weshalb wir den Rest des Tages lang nicht mehr viel machten und uns lieber etwas entspannten. Insgesamt war es ein guter, emotionaler und aufregender Tag, auch wenn die Ergebnisse besser hätten sein können.

Freitag, 18.09.26 – Dritter Wettkampftag, Mixed Teams

Auch heute ging es morgens um circa 08:30 Uhr nach dem Frühstück los zur Halle im Sportforum Hohenschönhausen, wo auch heute wieder gekämpft wurde. Anders als an den letzten beiden Tagen wurde heute im Mixed Team gekämpft. Drei Jungs und drei Mädchen wurden nun, in verschiedenen Gewichtsklassen unterteilt, aufgestellt. Im Hinblick auf Jette, Jonathan und Hendrick, die nächstes Jahr, aufgrund ihres Alters, nicht mehr an Jugend trainiert teilnehmen können, haben wir uns dazu entschieden, heute noch einmal alles zu geben und vielleicht sogar eine Medaille zu gewinnen.

Um kurz nach 09:00 Uhr waren wir schon auf der Matte, um uns aufzuwärmen und den ganzen Körper wachzurütteln. Mit Sachsen hatten wir einen sehr starken Gegner für den ersten Kampf. Wir haben alles gegeben, es hat jedoch leider nur für ein 2 zu 4 für Sachsen gereicht. Dennoch starteten wir hochmotiviert in den nächsten Kampf, die Trostrunde um Platz 3 gegen Schleswig-Holstein. Mit dem Schleswig-Holstein-Team hatten wir uns schon die vorherigen Tage gut verstanden und angefreundet, so herrschte eine aufgelockerte Stimmung während des Kampfes. Auch wenn nur sechs von uns auf der Matte standen, waren alle am grandiosen 4:2 für uns beteiligt, haben tatkräftig angefeuert, unterstützt, gejubelt und mitgefiebert.

Nun stand der finale Kampf um Platz 3 an, die Atmosphäre war angespannt. Wir traten gegen die Sportschule Potsdam aus Brandenburg an, die mit ihren schwarzen Judogis und den großen Trommeln schon ganz schön Eindruck machte. Doch wir ließen uns nicht so leicht einschüchtern. Auf und neben der Matte wurde alles gegeben und jedes bisschen Energie ausgeschöpft. Das Team Brandenburg war jedoch überlegen und siegte 4:2. So knapp die Medaille zu verpassen war hart und musste erst einmal verarbeitet werden. Gefeiert haben wir trotzdem, denn mit Platz 5 haben wir deutlich besser abgeschnitten als im Jahr zuvor. Ein letztes Mal schallte ein lautes „Let’s go, NO!“ durch die Halle. Lauter und überzeugender als jemals zuvor, auch dank unserer schleswig-holsteinischen Unterstützung.

Nach der Siegerehrung wurde sich im Hostel ausgeruht, geduscht und Mittag gegessen. Bevor wir zur Max-Schmeling-Halle aufgebrochen sind, waren wir gemeinsam in der Gaminghalle Arcade. Von Pixel bis hin zu Fahrten auf Mario-Kart-Motorrädern war alles dabei und wir haben es uns gut gehen lassen.

Den Anblick der riesigen Max-Schmeling-Halle und den hunderten von Jugend-trainiert-Teilnehmenden werden wir so schnell nicht vergessen! Auch wenn diesmal, nach Siegerehrungen und tollem Bühnenprogramm, kein DJ mehr die Platten aufgelegt hat, herrschte eine super Stimmung. Als wir alle nach 22:00 Uhr die Halle verlassen haben, war nicht mehr zuzuordnen, wer denn nun zu welchem Bundesland gehörte. Schleswig-Holstein trug Niedersachsen-Hoodies, Rheinland-Pfalz fand die grünen Sachsen-Jacken toll. Wer heute früh noch gegeneinander angetreten war, tauschte nun freudig Teamklamotten. Abschließend: Es war ein sehr ereignisreicher, anstrengender und aufregender letzter Wettkampftag.

Samstag, 19.09.26 – Abreisetag, Rückfahrt von Berlin

Am Samstagmorgen hieß es wieder Koffer packen und beim Frühstück haben wir uns von unseren neuen Freunden aus Schleswig-Holstein verabschiedet. Anschließend sind vier von uns schon nach Leipzig zu einem weiteren Wettkampf gefahren. Vor der Zugfahrt waren wir noch im Futurium, einem Zukunftsmuseum. Dort haben wir auch noch ein paar Gruppenfotos gemacht, nachdem wir viel erlebt und ausprobiert hatten. Nach dem Museum waren wir schon am Bahnhof, wo wir uns dann für die Zugfahrt gestärkt haben. Damit saßen wir nun alle im Zug und unser Abenteuer aus Berlin ging langsam zu Ende. Alle hatten in dieser Woche viel Spaß, viele haben gekämpft und es war einfach eine schöne Zeit. ❤️