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Am 05.06.2018 war es das fünfteMal so weit! 650 Schülerinnen und Schüler versammelten sich, um miteinander ein Zeichen für Courage und Toleranz zu setzen, indem sie in verschiedenen Projekten anhand von Material und unter der Anleitung von Jahrgang 11 Dinge rund um die diesjährigen Leitthemen "Courage" und "Toleranz" erarbeiteten.

Während die Jahrgänge 5-7 zunächst den Film "Gregs Tagebuch 1 – von Idioten umzingelt" schauten, strömten die Schüler der Jahrgänge 8-11 in die Brunsviga, um dort das Theaterstück "Jeder soll individuell sein – aber wehe einer ist anders" der Kulturschule Leipzig anzuschauen. Nach der anschließenden Arbeitsphase, in der die Inhalte in den Fächern Kunst, Werte und Normen/Philosophie, Deutsch, Politik sowie Darstellendes Spiel aufgegriffen und ausgebaut wurden, wurde der Tag traditionell mit dem gemeinsamen Picknick aller Schülerinnen und Schüler abgerundet.

Ausführlichere Worte sind in den beiden Reden unten zu finden.


Text: Lennart Meyer

Fotos: TechnikTeam

 

 

Eröffnung SoR-Projekttag 2018

 Ankommen. Ankommen in der Schule, in der Brunsviga – das ist für uns hier Alltag. Aber Ankommen in Deutschland kann für eine Geflüchtete oder einen Geflüchteten ganz schwierig sein.

Ankommen kann auch für die Menschen schwierig sein, denen die Türen von der Gesellschaft zugehalten werden – aufgrund der Religion, der Sexualität, der Herkunft, des Aussehens, der Gewohnheiten oder des Verhaltens. 
Oftmals haben diese Menschen nicht alleine genug Kraft, sich gegen diese Tür zu stemmen – häufig braucht es andere, mit denen sie sich gemeinsam gegen diese Tür stemmen können.

Dieser von Metaphern, also bildlichen Verdeutlichungen, geprägte Text soll ein Wort beschreiben, das heute im Zentrum des Tages stehen soll. Eines, welches manchmal Türen öffnet, die verschlossen sind: Courage! Wie unglaublich facettenreich Courage sein kann, werdet ihr heute kennenlernen.
In diesem Sinne: Herzlich willkommen zum vierten Aktionstag von Schule Ohne Rassismus an der NO! Vor knapp drei Jahren, am 22. Juni 2015 sind wir gemeinsam zum Löwenwall geströmt, um dort ins Gespräch mit Menschen zu kommen, die sich im Prozess des Ankommens befinden – aus Eritrea, dem Sudan oder aus Afghanistan. Ein Startschuss für die darauffolgenden Aktionstage: 2016 haben wir uns aufgrund des gewalttätigen Übergriffs mit rechtspolitischen an der NO (in der Presse „der NO-Schläger“) dem Thema „politischem Extremismus“ zugewendet. 2017 dann dem Thema „Leben mit Behinderung“, haben erlebt, wie es ist, mit Einschränkungen im Alltag umzugehen und somit Diskriminierung entgegengewirkt. 
Doch 2018 drehen wir das Blatt um: Wir setzen kein Zeichen mehr gegen etwas, beispielsweise Ausgrenzung von Geflüchteten, politischen Extremismus oder Diskriminierung von Menschen mit Behinderung, sondern für etwas: Courage und Toleranz! Diese Leitwerte helfen uns im Alltag, den o. g. Dingen entgegenzuwirken.
Los geht es mit dem Theaterstück, das ihr gleich sehen werdet, später geht es dann in die Arbeitsphase, die durch Jahrgang 11 angeleitet wird. Vielen Dank an dieser Stelle schon einmal! 

Ich wünsche euch allen nun gutes Gelingen, viel Spaß und freue mich auf tolle Ergebnisse!

End- & Abschiedsrede

[...]

Ich habe diesbezüglich mal ein Zitat von Anne Frank mitgebracht: 
„How wonderful it is that nobody need wait a single moment before starting to improve the world“

 

Zu Deutsch: „Wie wunderbar es ist, dass niemand auch nur einen einzigen Moment warten muss, bevor er anfängt, die Welt zu verbessern“.
Meiner Meinung nach ein sehr tolles und eines meiner Lieblingszitate!

Ich habe dieses hier das erste Mal 2016 gehört.. Ich weiß es nicht mehr ganz genau, aber es muss an einem Samstag im Juni 2016 gewesen sein, als ich gerade das erste Mal die Noten „The Peacemakers“, einem Chor- und Orchester-Stück, aufgeschlagen habe. Ich habe es gelesen, und gedacht: „Stimmt!“

Die Welt verbessern… Jetzt sofort? Und dann auch noch ich? Wie kann kann es jemand wagen, mir sowas zu erzählen? Sicherlich sind das Fragen – zugegebener Maßen etwas provokant formuliert -, die sich im ersten Moment auftun. Doch ich bin mir sicher, jeder hier hat schonmal die Welt verbessert… Vielleicht nicht in dem Wissen oder mit der Absicht, das zu tun. Aber jeder hat es gemacht, denn es ist einfacher, als man denkt!

Um zu verstehen, wie ich auf diese Annahme komme, sollten wir zunächst betrachten, was wir tun können, sollten und auch müssen, um die Welt zu verbessern. Ohne dort zu philosophisch zu werden und mich in Abwege zu verirren, lässt sich – denke ich – festhalten, dass man vielleicht zunächst zwischen subjektiver und objektiver Wahrnehmung differenzieren sollte.

Die objektive ist schnell beschrieben: Das sind eigene Wünsche oder Hoffnungen, die die „eigene“ Welt perfekt machen… Jeder wünscht sich andere Dinge, ich mir vllt. gutes Wetter, andere legen mehr Wert auf gutes Essen – salopp gesagt.

Die subjektive ist ein härterer Brocken: Was gibt es, was sich jeder auf der Erde wünscht? Nicht nur Schüler der NO, nicht nur Braunschweiger, nicht nur Deutsche… Auch nicht alle Menschen auf der Erde… Sondern jedes Lebewesen! Nun stehen wir vor der Frage: Welche Interessen teilen ich und beispielsweise der Regenwurm, der einen Meter unter mir grade lang kriecht?

 

Um jetzt zurück auf den Anfang zurück zu kommen: Niemand kann einen Schalter umlegen und z. B. einfach so Frieden schaffen. Niemand kann eine Woche arbeiten und Frieden schaffen. Auch nicht einer in einem Jahr.

Wenn aber jeder – und damit meine ich jeden – einen Teil dazu beiträgt, kommen wir diesem Ziel ein kleines Stück näher.

Was also ist es jetzt, was jeder Mensch, ohne einen Moment zu warten, tun kann, um die Welt zu verbessern? Die jetzige Antwort ist bescheuert, das weiß ich, aber sie ist wahr: Unglaublich viel!

Es verteilt sich in verschiedenste Bereiche: Politik, Gesellschaft.. auch Sport! Dem Flüchtling die Hand reichen, ein soziales Jahr im Altenheim oder bei der freiwilligen Feuerwehr das Leben für andere riskieren. All das verbessert unsere, eure und die Welt anderer!

Ein Beispiel aus eigener Erfahrung möchte ich beisteuern: Ende Januar, ca. 10 Uhr im Verwaltungsgericht. Dort sitzt Jamal, ein Flüchtling aus dem Sudan. Spricht schon verdammt gut Deutsch, kann hier in Frieden leben und wartet nun auf einen Gerichtstermin, in dem sich entscheiden soll, ob er in Deutschland bleiben darf.

Ich kenne ihn flüchtig von der Zusammenarbeit für Schule Ohne Rassismus und bin dort, um ihm den Rücken zu stärken. Als ich ihm erzähle, warum ich hier bin, huscht ein Lächeln über sein in Gedanken verlorenes Gesicht und ich höre ein „Danke! Wirklich Danke!“ – Ich glaube, es ist der Moment, in dem ich den Beweis gefunden habe, dass Weltverbessern so einfach sein kann.

 

Womit ich jetzt abschließen möchte: Ganz oft habe ich gehört und natürlich auch mitbekommen, dass dieser jährliche Projekttag eine Spaßveranstaltung ohne Sinn und Zweck – abgesehen vom unterrichtsfreien Tag – ist.

Der ist es eben nicht – es ist ein kleiner Schritt, ein  Schrittchen, hin zu einer bunten Gesellschaft.

 

Ich nähere mich langsam aber stetig dem Abi, das kommende Schuljahr wird mein vorerst letztes an der NO sein. Damit verbunden ist auch ein personeller Tapetenwechsel innerhalb der AG Schule Ohne Rassismus. Bevor ich darauf gleich genauer eingehe, möchte ich noch etwas machen, was die letzten Jahre zu kurz gekommen ist. Wir hatten es vorhin schon, nur in anderem Zusammenhang: „Danke“ sagen!

Danke an alle diejenigen, die die Welt verbessern. Damit meine ich euch alle hier, indem ihr ein Zeichen für Courage und Toleranz setzt!
Danke explizit an alle AG-Mitstreiter, die dieses Jahr so tatkräftig angepackt haben, um diesen Tag zu stemmen: Fynn, Hannes, Tarek, Julian, Sophia und Philipp – danke Rita für die tolle Zusammenarbeit innerhalb der AG-Leitung!
Danke an alle AG-Mitstreiter, die die Projekttage in 2016 und 2017 möglich gemacht haben: Lilly, Emma, Emilia, Yeliz, Marie, Mia, Mareike, Timo und Hendrik.
Außerdem gilt ein großer Dank Frau Lehning und Frau Wendtland, die 2016 als Ansprechpartnerinnen stets zur Verfügung standen und Herrn Arndt, der 2017 und 2018 stets dabei war. Zuletzt vielen Dank an Herrn Kohfahl, der stets eine offene Tür hatte und uns immer so tatkräftig unterstützt hat!

Leider ist es mir nicht möglich, alle Personen, die ein Puzzle-Stück zum Projekttag eingefügt haben, namentlich zu erwähnen, da wir dann morgen noch hier stünden. Nichtsdestotrotz auch vielen Dank für die Hilfe!

 

Nun, wie geht es weiter? Die AG stand und steht leider immer wieder kurz vor dem personellen Kollaps. Im aktuellen Schuljahr war es, wie auch in den vorherigen, grade so möglich, eine ausreichende Teilnehmerzahl für die AG zu erreichen, um den Tag wirklich effizient planen zu können.

 

Besonders auffällig wird es jetzt, da die AG momentan aus sechs 11t- und 12t-Klässlern besteht, die aber spätestens in einem Jahr nicht mehr auf der Schule sind. Dann verbleiben !3! Teilnehmer, damit wäre ein Projekttag in dieser Form nahezu unmöglich.

Deswegen meine eindringliche Bitte: Geht in euch, überlegt euch, ob ihr nicht vllt. ca. 45 Minuten pro Woche aufwenden wollt, um die Welt zu verbessern – indem hier in die AG kommt.

 

Einen Weltverbesserer möchte ich euch an dieser Stelle schonmal vorstellen: Fynn! Er wird – gemeinsam mit einer 2. Person, dort sind wir momentan in den Planungen – ab kommenden Schuljahr die AG leiten und als Ansprechpartner für Schule Ohne Rassismus fungieren.

Ich bin mir sicher, dass er das wunderbar meistern wird. Ich bin sehr gespannt auf das Produkt!

 

Viel bleibt mir jetzt nicht mehr zu sagen, außer dass es mir eigentlich jede Minute Spaß und Freude gemacht hat, im kleinen Maße die Welt zu verbessern und ich hoffe, ein kleines bisschen etwas bewegt zu haben.

 

Freunde, dies war nun mein letzter Streich, es ist vollbracht!

 

 

Vollversammlung des 11. Jahrgangs am 06.02.2018       

 Am 06.02.2018 versammelte sich der gesamte 11. Jahrgang in der Aula, da die AG Schule Ohne Rassismus den Jahrgang um Mithilfe bittet. So sollen dieses Jahr die Arbeitsphasen in den Jahrgängen 5 – 10 durch 2er- und 3er-Gruppen von Elftklässlern geleitet werden.

Auf der Veranstaltung präsentierte die AG die bisherige Planung für den Tag und informierte die Schüler/Innen über ihre Aufgaben. Die Inhalte lassen sich in der unten veröffentlichten Präsentation ansehen.

Vielen Dank an alle für die tatkräftige Unterstützung! :-)

                                                                                                                                  Lennart Meyer

 

Download der Präsentation vom 06.02.2018        Weitere Infos folgen.